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Wochenende im Salzkammergut 2007 (A) PDF Drucken E-Mail
Montag, 08. Oktober 2007 um 10:44 Uhr

Am Wochenende vom 05. bis 07.10.2007 ging es zusammen mit den Haubentauchern und den Tauchern vom SC Prinz Eugen München e.V. zum Tauchen in das Salzkammergut.

Als am Freitag Morgen der Wecker klingelte, sah das Wetter in München alles andere als einladend aus. Trotzdem stand ich wenige Minuten später gut gelaunt mit einem Lächeln auf den Lippen vor meinem gepackten Auto; wenige Minuten später bereits auf der Autobahn. Stau.

Bei strömenden Regen tastete ich mich in Richtung Wolfgangsee. Kurz vor der Grenze erreichte mich die Information, dass an der Franzosenschanze bereits das Wintertauchverbot greift und wir änderten unseren Treffpunkt spontant auf den Attersee. Pünktlich traf ich an der Stroblwand (Kohlbauernaufsatz) am Attersee ein, wo ich schon von zahlreichen Haubentauchern erwartet wurde.

Nach der kurzen Buddyeinteilung gleitete ich mit Wolfgang zum ersten Tauchgang ins Wasser. Nach ein paar Fotos ging es in die Wand, die bei 32 Meter ihr Ende hat. Da meine letzten Tage sehr anstrengend waren, zeigten sich bei mir am Wandende die ersten Symptome eines Tiefenrausches. "Mist" dachte ich mir, gab Wolfgang ein kurzes Signal und wir schlugen den Kurs zum Kohlbauernaufsatz ein. Im schön bewachsenen Uferbereich gab es noch zahlreiche Hechte und Barsche zu beobachten.

Nach dem Tauchgang stärkten wir uns beim Gasthof Foettinger in Steinbach. Wir wurden mit beachtlichen Portionen Kaiser- und Heidelbeerschmarrn verwöhnt; nichts für Kalorien- und Punktezähler!

Nach einer angemessenen Verdauungspause stieß Ralf zu uns und wir fuhren zum Ofen. Wolfgang kannte den Tauchplatz bereits sehr gut und versorgte uns mit Insider-Tipps. Nach einem Check nahmen wir den Kompasskurs und paddelten los. Schnell erreichten wir die Einstiegsstelle in die faszinierenste Steilwand, die ich bisher hab kennenlernen dürfen. Die senkrecht abfallende Wand lud uns zum Besuch in der Tiefe ein.

Nahezu lautlos segelten wir in die absolute Dunkelheit hinab. Der See, welcher sich gerade eben noch milchig-trüb zeigte, verwandelte sich schlagartig zu einer bezaubernden Schönheit. Unsere starken Lampen leuchteten die klare Wand hinab, aber es war kein Grund zu sehen. Unter der üblichen Sporttauchtiefe flosselten wir minutenlang an der bizarren Felsenwand entlang, bis uns unser Finimeter an den Aufstieg erinnerte. Atemberaubend! Beim Austauchen zeigte sich wieder der vielfältige Bewuchs. Ein kapitaler Hecht döste im Gras und flüchtete beim ersten Fotoversuch. Schade!

Abends trafen wir wieder mit der restlichen Gruppe zusammen und erzählten bei einem leckeren Augustiner von unseren Erlebnissen. Ein toller Tag fand ein gemütliches und geselliges Ende, während der kleine Bauer Junior II Kompressor fleißig arbeitete. Übrigens ein großes Kompliment an die Prinzen, die hervorragend ausgestattet waren!

Bereits um 08:00 Uhr wurden wir von einem aufdringlichen Wecker aus dem Schlaf gerissen. Im Aufenthaltsraum duftete es nach frischem Kaffee und der Frühstückstisch war reich gedeckt. Als wir wenig später in Richtung Unterwasserwald (bei Kilometer 3,2 bis 3,4) aufbrachen, zeigte sich der Himmel noch immer bedeckt. Gemeinsam erkundeten wir die riesigen Baumstämme und schafften etwas Ordnung ;-) Die Lichtverhältnisse ließen den Tauchplatz zusammen mit den Schatten der Baumstämme sehr düster erscheinen.

Wie gewohnt sorgte die Tauchschule Nautilus für einen sauberen Pressluft-Nachschub und wir stärkten uns im nahegelegenen Gasthaus.

Wie Oskar Wilde so schön sagte "Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht." Ich erlag am Nachmittag zusammen mit Ralf dem erneuten Ruf der Steilwand. Diesmal tauchten wir die Wand etwas steiler an, um auch den hinteren Teil zu erkunden. Dabei stellten wir fest, dass es auch in diesem Bereich einiges zu erforschen gibt, aber der Grund im Vergleich eher schräg abfällt. Auch diesmal begegneten wir beim Austauchen einem kleinen Schwarm mit Barsche.

Am Abend verteilte der abklingende Wind den Grillduft im Salzkammergut. Beim Essen - später am Lagerfeuer - ging es zünftig her und wir feierten einige Jubiläen (400. und 555. Tauchgang). Auch diesmal lief der Kompressor - wie sollte es auch anders sein - auf Hochtouren.

Auch am Sonntag wurden wir vom schrillen Wecker gnadenlos aus dem Schlaf gerissen. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und die Vorfreude auf das kühle Element war schon beim Frühstück groß. Für 10:00 Uhr war das Treffen an der Schlierwand vereinbart. Aufgrund der großen Gruppe entschlossen wir uns spontan für einen weiteren Tauchgang an der geliebten Steilwand. Und täglich grüßt das Murmeltier ;-)

Ein paar Tec-Taucher hatten den Tauchplatz offensichtlich vor uns erreicht und merklich bei der Deko mit ihren Flossen gespielt. Wir entschlossen uns diesmal die Wand auf der linken Seite näher zu erkunden und erreichten bereits in wenigen Minuten die Kante auf ca. 20 Metern. Die Sicht dort unten war überwältigend. Das tiefe schwarz verschluckte uns. Im Schein der Lampen offenbarte die Wand ihre ganze Schönheit. Wir verließen die Sporttauchtiefe. Entzückt stimmte Ralf seine bekannten Walgesänge an, während wir minutenlang am senkrecht abfallenden Stein entlang gleiteten. Widerwillig verließen wir die Tiefe und drehten noch eine großzügige Runde im - leider aufgewühlten - Flachbereich. Grinsend und zufrieden verließen wir das Wasser. Wir fragten uns, was die Taucher an der Schwarzen Brücke so schön finden. Die Antwort blieb offen.

Der letzte Tauchgang des Wochenendes wurde ein entspannter Fototauchgang am Unterwasserwald, der im Sonnenlicht gleich viel einladender aussah. Es war ein gelungener Abschluß mit einem Profi-Modell; einem fast zahmen Hecht.

Fazit: Ein rundum gelungenes Wochenende mit vielen netten Tauchern. Achja, noch ein Wort zum Ausflug an die Traun-Fälle. Diesen haben wir aufgrund der Witterung verschoben.

 

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